07/04/2026
Klara Lidén macht aus der Stadt einen Körper und aus dem Körper einen Akt des Widerstands.
Ihre Retrospektive in den KW Institute for Contemporary Art hat mich tief erwischt. Drei Etagen voller Arbeiten, die fragen: Wem gehört der öffentliche Raum? Wer darf ihn betreten, bewohnen, durchqueren und wie?
Liden klettert Hochbahngleise entlang. Sie tanzt in der S-Bahn. Sie stürzt absichtlich im Financial District von Manhattan. Sie bringt den gesamten Inhalt ihrer alten Stockholmer Wohnung in den Ausstellungsraum: Kühlschrank, Fahrrad, Heizkörper, alles. Unheimlich Manöver. Kein Heim mehr. Nur noch Form…
Was mich am meisten berührt hat: dieser stille Eigensinn. Kein Aufschrei nur ein Körper, der die Regeln des Raumes befragt, indem er sich ihnen einfach nicht fügt.
Als jemand, der Frauen malt, in ihrer Körperlichkeit, ihrer Macht, ihrer Unbeherrschbarkeit, fühlt sich Lidens Arbeit wie ein Gespräch an, das ich führen wollte, ohne es zu wissen.
📍 KW Institute for Contemporary Art, Berlin
🗓 Noch bis 10. Mai 2026 🖤