26/09/2026
🔥🔥🔥 Albumreview 🔥🔥🔥
Goethes Jungs – „Akt II - Dichtung und Wahrheit“
Am 2.10. 2026 ist es so weit: Goethes Jungs veröffentlichen ihr neues Album „ Akt II Dichtung und Wahrheit“. Einen ersten Vorgeschmack gab es bereits mit „Mediensturm“, “Frankfurt” und “Bühnenverbot” für die breite Öffentlichkeit – und die Songs machen definitiv Lust auf mehr.
„Akt II Dichtung und Wahrheit“ ist ein Album über selbst Erlebtes, über Haltung, Freundschaften, Fehler die jeder macht oder machen kann, Gegenwind und natürlich auch über das ein oder andere Bier. Dabei schaffen es Goethes Jungs persönliche Themen mit einer ordentlichen Portion Deutschrock zu verbinden.
“Mediensturm” ist ein Song der von mehr Mittelfingern nicht geprägt sein könnte. Egal was Medien tun, sagen oder auch nicht sagen, man wird immer und überall präsent sein und über die Medienlandschaft wie ein Sturm hinweg fegen.
Mit „Bühnenverbot“ wird gleich noch einmal abgerechnet. Wer mit den falschen Bands spielt, das falsche sagt und gerne auch mal aneckt, kann schnell merken, dass man damit an den Rand gedrängt wird. Statt sich kleinzumachen, gibt es dafür aber den ausgestreckten Mittelfinger. Ein Song über Konsequenzen, aber vor allem einer über die eigene Haltung: Fickt euch wir machen weiter.
„Fluch und Segen“ schlägt anschließend etwas nachdenklichere aber nicht weniger rauhe Töne an. Das Leben ist eben nicht nur schwarz und weiß, sondern hat verdammt viele Grautöne. Was für den einen Fluch ist, kann für den anderen ein Segen sein. Denk nicht so viel nach ob es richtig oder falsch ist, wenn dein Herz es fühlt ist es richtig. Denn dummes Gerede hat noch niemanden davon abgehalten, seinen eigenen Weg zu gehen und der ist geradaus.
Was auf einem Album einer Frankfurter Band natürlich nicht fehlen darf? Richtig: “Frankfurt”, die Macht vom Main. Mit diesem Song hat die Band nen richtiges Brett für alle Eintracht Fans rausgehauen. Mit einsetzen der Gitarren, könnte man meinen die Eintracht läuft grade ins Stadion ein.
Jetzt wird es feucht fröhlich: „Bier für die Band“ und „Wir feiern bis“ bringen die Trinkfestigkeit direkt aus den Boxen zu euch und auf die Bühne. Zwei Songs, bei denen man sich schon beim ersten Hören vorstellen kann, wie sie live funktionieren: Bier in der Hand und ein ordentlicher Pogo vor der Bühne. Gerade diese Stücke dürften das Zeug dazu haben, bei Konzerten zu echten Feiermomenten zu werden.
Mit „So bin ich“ folgt 'ne Ansage, die besser nicht sein kann: Scheiß drauf, was andere sagen. Bleib, wie du bist; geh deinen eigenen Weg; mach deine eigenen Erfahrungen und eigene Fehler. Steh zu dir selbst, es ist dein eigenes Leben.
Deutlich persönlicher wird es bei „Vergangenheit“. Eigene Fehler gehören zum Leben dazu, und man kann sie nicht ungeschehen machen, aber Vergangenheit ist nunmal Vergangenheit und sollte es auch bleiben. Entscheidend ist, was man am Ende daraus macht. Das Leben ist nun einmal so, wie es ist – und manchmal gehört eben auch dazu, sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Jeder baut mal scheisse, nur nicht DU der mit dem Finger auf andere zeigt.
Mit „3 Jahre“ wird es sehr ruhig und nachdenklich. Justiz kann Fehler machen, und manchmal reicht es, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Der Song verarbeitet genau diese Erfahrung. Nicht alles im Leben läuft gerecht und nach Plan ab, und nicht jede Geschichte lässt sich in ein einfaches Gut-und-Böse-Schema pressen.
“Handmännchen II” ist eine Neuauflage des gleichnahmigen Songs aus dem Vorgängeralbum. Was passiert, wenn man zuviel Druck und keine Partnerin hat? Naja höret selbst ;)
Mit der Akkustikversion von “Lieben, leiden, leben” endet das neuste Album von Goethes Jungs. Für mich ist die Originalversion des Songs schon der Hammer, Gefühlsmäßig packt die Akkustikvariante, aber nochmal eine Schippe obendrauf. Eine absolut würdige letzte Nummer.
Goethes Jungs erzählen nicht nur Geschichten vom Feiern und von der großen Fresse, sondern auch von Erfahrungen, die mal wehtun können und ein ganzes Leben verändern, von Gegenwind und von Fehlern. Zwischen erhobenem Mittelfinger, Waldstadion und Bierkasten steckt immer wieder eine verdammt große Portion Leben.
„Dichtung und Wahrheit“ klingt damit nach einem Album, das Geschichten seiner Erschaffer nicht schönreden möchte. Es geht um das eigene Handeln, die eigenen Erfahrungen, die eigenen Fehler und die daraus resultierenden Konsequenzen. Mal nachdenklich, mal kämpferisch und mal mit einem Bier in der Hand.
Wir danken Goethes Jungs für die Möglichkeit dieses Review zu schreiben und können das Album bedenkenlos empfehlen.