28/05/2025
Stellungnahme zum Artikel der Saarbrücker Zeitung: "Unterlassene Hilfeleistung in der Tierklinik Elversberg"
Der vorliegende Artikel der Saarbrücker Zeitung erscheint in einer stark emotional aufgeladenen und teilweise verzerrten Darstellung der Ereignisse rund um die Notdienstversorgung in der Tierklinik Elversberg. Es ist bedauerlich, dass journalistische Berichterstattung in diesem Fall auf Clickbait-Methoden zurückgreift, anstatt die tatsächlichen Hintergründe und Fakten umfassend zu beleuchten.
Hier möchten wir die wichtigsten Fakten klarstellen - wir haben vor Erscheinen des Artikels ebenfalls mit Herrn Pfeiffer gesprochen:
Am Ostersonntagabend gegen 22 Uhr suchte Herr Michel Pfeiffer mit seinem Hund Spike unsere Notfallambulanz in Elversberg auf. Zu diesem Zeitpunkt herrschte eine hohe Auslastung, da zahlreiche Notfälle gleichzeitig versorgt wurden. Der Anmeldeprozess verlief zunächst reibungslos, bis die Frage nach der Bezahlmöglichkeit aufkam.
Herr Pfeiffer erklärte, dass er die Behandlungskosten nicht sofort begleichen könne, er aber bei "Lassie" versichert sei. Hierbei ist zu beachten, dass unsere Tierklinik keine Vereinbarung zur Direktabrechnung mit dieser Versicherung hat. Es ist in der Tiermedizin in diesen Fällen üblich, dass der Tierhalter die Kosten nach der Behandlung erbringt und diese anschließend bei seiner Versicherung einreicht.
Herr Pfeiffer nahm diese Information zur Kenntnis und äußerte ruhig, dass er stattdessen die Tierklinik Zweibrücken aufsuchen wolle, die nach seiner Auskunft mit dieser Versicherung direkt abrechnen würde. Eine Untersuchung seines Hundes wurde zu diesem Zeitpunkt nicht erwünscht und nicht durchgeführt.
Nachdem Herr Pfeiffer in Zweibrücken angekommen war, stellte er fest, dass diese Klinik am Wochenende keinen Notdienst anbietet. Daraufhin kontaktierte er die zentrale Notdienstnummer der Tierärztekammer des Saarlandes. Die TKE übernimmt in der Zeit von 22:00 bis 8:00 Uhr den Notdienst für das gesamte Saarland.
Es ist menschlich verständlich, dass Herr Pfeiffer nach dem freiwilligen Verlassen der TKE in Richtung einer anderen Klinik unsere Tierklinik nicht erneut aufsuchen wollte. Wir möchten jedoch betonen, dass Spike bei uns im Notfall selbstverständlich behandelt worden wäre, wenn Herr Pfeiffer sich dafür entschieden hätte.
Stattdessen suchte der Tierhalter die Tierklinik Trier auf, die als weitere Einrichtung neben der TKE im Südwesten eine 24/7-Notfallversorgung anbietet. Dort wurde, laut Bericht des Tierhalters, eine Wundbehandlung ohne chirurgischen Eingriff vorgenommen, was nicht auf einen lebensbedrohlichen Notfall hinweist.
Was bleibt?
*ein Artikel der auf einer reißerischen Darstellung ohne ausreichende Substanz oder Kontext beruht
* Ein Tierhalter der in einem nicht lebensbedrohlichen Notfall unsere Notfallambulanz aufsuchte und sich letztlich entschied eine andere Einrichtung aufzusuchen.
*Nicht haltbare Vorwürfe an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die zu jeder Zeit, in Nachtschichten, an Feiertagen für die Versorgung von Notfällen bereit standen– eine Leistung, die durch die Kritik in diesem Artikel ungerechtfertigt in Frage gestellt wird.
Liebe Saarbrücker Zeitung: Das war nix!
Wir fragen uns, wie lange Tiermedizinische Fachangestellte und Tierärzt*innen bereit sein können, diese Bereitschaft noch zu leisten, wenn sie solchen undifferenzierten und unzureichend recherchierten Vorwürfen ausgesetzt sind. Gerne können die Tierhalter im Saarland ihre Meinung dazu an den zuständigen Volontär Dan Fischer unter [email protected]
senden.
Abschließend möchten wir betonen:
Unsere Klinik steht für eine verantwortungsvolle und fachlich kompetente Versorgung, auch in Notfällen. Wir fordern eine differenzierte Betrachtung der Fakten und eine Journalistik, die die komplexen Hintergründe in der Tiermedizin respektiert und sachlich darstellt.