03/10/2016
Offener Brief an Verkehrsminister Dobrindt:
Sehr geehrter Herr Minister Dobrindt,
da es in Deutschland mittlerweile über 400.000 "Drohnen" gibt, hoffe ich doch, dass keiner der Besitzer, auf Grund Ihrer teils unsinnigen Vorschläge, noch die CSU wählen wird - nicht mal ihre Stammwähler in Bayern. Meine Stimme bekommen Sie jedenfalls nicht mehr.
Einige Ihrer Vorschläge um strengere Richtlinien für s.g. "Drohnen" einzuführen halte ich für durchaus sinnvoll. Andere Vorschläge gleichen eher einem Amoklauf gegen Drohnen. Sinnvoll wäre z.B. die Kennzeichnungspflicht und auch ein Befähigungsnachweis für Fluggeräte über 5 Kg. Auch die Altersbeschränkung halte ich für richtig. Dafür sollten Sie auch die Hersteller und den Vertrieb in die Pflicht nehmen und den Verkauf der Fluggeräte ohne ausführliche Hinweise auf geltende Vorschriften und Gesetze grundsätzlich verbieten.
Was Sie sich aber dabei gedacht haben, dass Drohnen mit Kamera nicht mehr über Wohngrundstücke fliegen dürfen, erschließt sich mir nicht. Diese Überlegungen zeugen nicht gerade von Weitsicht, denn diese Vorschrift wäre praktisch gar nicht umsetzbar und würde der gesamten Branche der gewerblichen Luftbildfotografie erheblichen Schaden zufügen. Im Gegenzug würden Sie den chronischen Nörglern, Verschwörungstheoretikern und notorischen "Allesablehnern" klein beigeben, ohne, dass sie einen tatsächlichen Nutzen aus dieser unsinnigen Regelung ziehen würden. Zudem müssten Sie den §1 LuftVG grundlegend ändern, was doch sehr bedenklich wäre.
Die Wahrung der Persönlichkeits- und Urheberrechte ist jetzt schon zu Genüge geregelt und wird, bis auf eine verschwindend geringe Anzahl von Verstößen, auch eingehalten. Wie Sie sehen, geht von den Drohnen keine wirkliche Gefahr für die Bevölkerung aus.
Ich selbst betreibe, wie mittlerweile viele andere Kollegen, die gewerbliche Luftbildfotografie um z.B. Maklern bessere Präsentationen ihrer Immobilien zu ermöglichen oder um Firmen ansprechende Fotos von ihrem Gelände zu liefern. Luftbilder von Baustellen bieten einen wesentlich besseren Überblick und helfen Fehler zu vermeiden. Es gibt mittlerweile unzählige sinnvolle Einsatzmöglichkeiten dieser Fluggeräte, die man in einem so fortschrittlichen Land wie Deutschland auch nutzen und nicht blockieren sollte. Bei solchen Einsätzen ist es gar nicht möglich, nicht über fremde Grundstücke zu fliegen. Es versteht sich jetzt schon für den seriösen Flieger von selbst, dass die bestehenden Regeln eingehalten werden.
Wie kommen Sie eigentlich darauf, dass es Kopterpiloten gibt, die andere Leute ausspionieren wollen? Wie viele Fälle sind Ihnen bekannt, wo so etwas vorgekommen sein soll, oder tatsächlich vorgekommen ist? Ich kann Ihnen versichern, dass es uns nicht im geringsten interessiert, was in Nachbars Garten passiert!
Respektieren Sie die Wünsche und Bedürfnisse von hunderttausenden privaten und gewerblichen Kopterpiloten und gehen Sie mit aller Konsequenz und Härte gegen etwaige Verstöße vor, anstatt eine große Hobbygemeinschaft und eine ganze Branche unter Generalverdacht zu stellen.
Mit freundlichem Gruß,
Heinz-Peter Baltes
PS: der Beitrag kann gerne geteilt und auf Herrn Dobrindts Seite kopiert werden kopiert werden.
https://www.facebook.com/Alexander.Dobrindt
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Fuer-Drohnen-sollen-strengere-Sicherheitsregeln-kommen-3339516.html