11/09/2026
Stromausfall, Hochwasser, IT-Angriff
Mehr als 50 Bürgerinnen und Bürger informierten sich im Bürgerhaus Bittelbronn über die Krisenvorsorge der Stadt Haigerloch und der Bittelbronner Arbeitsgruppe „VOV – Vorbereitet, Organisiert, Vernetzt“.
Bittelbronn/se
Bei der Krisenvorsorge ziehen die Stadt Haigerloch und die Bittelbronner Arbeitsgruppe „VOV – Vorbereitet, Organisiert, Vernetzt“ an einem Strang. Das wurde bei einer Informationsveranstaltung im Bürgerhaus Bittelbronn deutlich, zu der die Arbeitsgruppe gemeinsam mit dem Ortschaftsrat eingeladen hatte. Neben Bürgermeister Heiko Lebherz und der zuständigen Sachbearbeiterin Heike Roth nahmen gut 50 Einwohner aus dem gesamten Stadtgebiet teil.
Dagmar Eisenbach, Matthias Bartholomä und Volker Kost, die VOV verantwortlich vertreten, begrüßten die Gäste. Die drei hatten sich zusammengefunden, um gemeinsam mit und für die Dorfgemeinschaft etwas zu bewegen. Im Austausch mit der Stadtverwaltung sei deutlich geworden, dass dort bereits vieles für die Bevölkerung im Krisenfall vorbereitet worden sei.
Das unterstrich auch Ortsvorsteher Gerd Klingler in seinem Grußwort. Er sicherte der Arbeitsgruppe die volle Unterstützung des Ortschaftsrats zu und lobte die Initiative aus dem Ort für die Gemeinschaft.
Bürgermeister Heiko Lebherz konnte die Bürgerinnen und Bürger gleich zu Beginn seines Referats beruhigen: Die Stadt Haigerloch verfügt bereits über ein ausgeklügeltes Krisen- und Katastrophenmanagement in Form eines Krisenstabs. Dieser werde bei Stromausfällen, Unwettern, Hochwasser, Vegetationsbränden, Erdbeben, Trinkwasserhavarien, IT-Angriffen sowie bei Epidemien und Pandemien tätig. Dass solche Szenarien immer häufiger eintreten, hätten in jüngster Zeit etwa der Stromausfall in Reutlingen oder der Waldbrand in Schramberg gezeigt.
Ernstfall geprobt
„Unser Verwaltungsstab zusammen mit der Führungsgruppe der Feuerwehr funktioniert, und wir werden weiter daran arbeiten. Das hat eine gemeinsame Übung für den Ernstfall am 5. Dezember 2025 im Feuerwehrhaus in Haigerloch bewiesen“, sagte Lebherz. Grundsätzlich gelte, dass im Krisenfall die gesamte Lage vom Feuerwehrhaus in der Kernstadt aus koordiniert werde. Dort sind der Verwaltungsstab und die Führungsgruppe der Feuerwehr zentral angesiedelt und können bei Bedarf aktiv werden.
Für die Bevölkerung sei wichtig, dass bei Bedarf in der Witthauhalle ein Notfalltreffpunkt eingerichtet werde. Über dessen Aktivierung werde dann über die Warn-App NINA, die städtische Homepage und die sozialen Medien informiert. Vorrangig würden dort zunächst ältere Menschen, Pflegebedürftige sowie Säuglinge und andere besonders schutzbedürftige Personen versorgt.
Zusätzlich würden bei einem länger andauernden Strom- oder Netzausfall alle Feuerwehrhäuser in den Stadtteilen als sogenannte „Leuchttürme“ mit jeweils zwei bis drei Einsatzkräften besetzt. Diese Standorte dienten dann als zentrale Anlaufstellen für die Bevölkerung. Bürgerinnen und Bürger könnten dort Notrufe und Hilfegesuche melden, auch wenn Mobilfunk- und Kommunikationsnetze nicht mehr funktionierten. Die Leuchttürme stellten damit die Erreichbarkeit von Rettungsdienst, Feuerwehr und weiteren Hilfsorganisationen sicher. Eingerichtet werde außerdem ein Bürgertelefon unter der Nummer (07474) 95950-25. Zudem will die Stadt in einer Informationsbroschüre alle wichtigen Details zusammenfassen.
In diesem Zusammenhang kam auch das Bürgerhaus Bittelbronn ins Spiel. Es ist als Reserve-Notfalltreffpunkt zur Ergänzung der Witthauhalle vorgesehen. Bei länger andauernden Ereignissen könne grundsätzlich auch ein temporärer Treffpunkt in Form eines sogenannten Pop-up-Notfalltreffpunkts eingerichtet werden.
Bürger sensibilisieren
Eine wichtige Grundlage der Zusammenarbeit mit der Bittelbronner Arbeitsgruppe VOV sieht der Bürgermeister nicht nur in der möglichen Nutzung des Bürgerhauses, sondern vor allem in der Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger für eigenverantwortliche Vorsorge und Vorbereitung. Sehr wertvoll und wirkungsvoll sei dabei die Unterstützung durch ehrenamtliche Kräfte. Dagmar Eisenbach, Matthias Bartholomä und Volker Kost erläuterten vor allem zwei Ziele der Gruppe. Erstes Ziel sei: „Mehr Menschen mit der Nina-Warn-App erreichen.“ So werde gewährleistet, dass Informationen im Ernstfall zuverlässig bei möglichst allen Menschen in der Stadt ankommen. Zweites Ziel sei: „Mehr Haushalte mit eigenem Vorrat.“ Wasser, Lebensmittel und das Nötigste für einige Tage sollten in jedem Haushalt vorhanden sein. Dazu verteilte Volker Kost die Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
(Quelle: Schwabo Haigerloch)