10/09/2026
Auflösung Mini-Heimatquiz
Zunächst herzlichen Dank an Ulrich Becker für seine in Teilen zutreffenden Erklärungsversuche. Leider haben sich ja nicht mehr Leute an dem Ratespiel beteiligt.
👉 Hier die Lösungen:
1. Die Entstehungszeit:
Hier hat unser Leser Ulrich Becker vermutet dass es in der Zeit der Gebiets- und Verwaltungsreform Anfang der 70-er Jahre gewesen sein könnte. Damit liegt er nicht allzu weit daneben. Nur ist das Wappen noch rund 15 Jahre jünger. Kleinere Dörfer wie Oppen hatten kein Wappen, denn Wappen waren ursprünglich Herrschaftszeichen. Oppen hat aber nichts beherrscht sondern wurde nur beherrscht.
So fiel während der Vorbereitung auf die 500-Jahrfeier im Jahr 1988 auf, dass unser Ort noch kein Wappen hatte, im Gegensatz zu den meisten anderen Orten in der Umgebung. Für Entwurf und Fertigstellung anlässlich der 500-Jahrfeier war die Zeit zu knapp. So musste die Heimatchronik, die der Oppener Ortsrat unter Federführung von Werner Müller aus diesem Anlass herausgab, ohne ein schmückendes Wappen auskommen.
Im folgenden Jahr, also 1989, wurde der Ortsrat neu gewählt. Eine der ersten Aufgaben, die dem neugewählten Gremium übertragen wurde, war daher die Gestaltung und öffentliche Präsentation eines Wappens. Dieses neue Wappen basiert weitgehend auf den historischen Fakten, wie sie in der Festschrift von 1988 dokumentiert wurden. Ortsrat und Bevölkerung waren aufgerufen, Vorschläge zur Gestaltung zu machen. Mit der Gestaltung des Wappens wurde der Heraldiker Horst Köhler aus Erfweiler-Ehlingen betraut, der in enger Abstimmung mit Ortsvorsteher Rainer Anton und seinem Stellvertreter Bernd Lehnen zahlreiche Entwürfe („über 30“) fertigte, unter denen dann der Ortsrat das heutige Wappen auswählte. Vorgestellt wurde das Wappen 1993 anlässlich eines Feuerwehrfestes gemeinsam von dem neuen Ortsvorsteher Bernd Lehnen, dem Heraldiker Horst Köhler und Bürgermeister Franz Kien.
📍Die richtige Antwort wäre also 1993 gewesen!
2. Die Bedeutung der einzelnen Felder:
Das rote Kreuz auf silbernem Grund hat Ulrich Becker richtig gedeutet. Es ist das Zeichen für die jahrhundertelange Landesherrschaft des Kurfürstentums Trier, das seit 1273 nachgewiesen ist. Das diagonal angeordnete Symbol für die bedeutende Grundherrschaft des Klosters Mettlach ist farblich daran angeglichen. Es handelt sich damit natürlich nicht um einen Bischofsstab, denn der Herr eines Klosters ist kein Bischof sondern ein Abt. Daher wird dieses Herrschaftszeichen in der Heraldik als „Abtstabskrümme“ bezeichnet, das einen „natürlich“ gewachsenen Stamm darstellt. Die seitlich abstehenden Knospen sollen dabei die 10 Gebote symbolisieren, wobei die Zählung schwierig ist. Die Existenz eines Klosterwappens der Mettlacher Abtei ist übrigens nicht sicher nachgewiesen. Die Abtstabskrümme steht daher ersatzweise als Zeichen der geistlichen Herrschaft anstelle eines unbekannten oder nicht vorhandenen Wappens.
Die beiden diagonalen Felder, die Natur und ursprüngliche Wirtschaftsform unseres Heimatorts symbolisieren, stellen einmal das an Oppen angrenzende, heute zu 4 Nachbargenmeinden gehörende Waldgebiet des „Großen Lückner“ sowie die kleinteilige Landwirtschaft auf wenig fruchtbaren Böden dar. Hier stehen die goldenen Ähren für den Anbau von Roggen, der auch noch auf mageren Böden gedeiht, der Eichenzweig sowohl für die Holzwirtschaft als auch für die Eichelmast der Schweine, die im Herbst in die Wälder getrieben wurden, um noch etwas Speck anzusetzen.
Der zu Reimsbach gehörende Friedwald verdankt seinen Namen auch keineswegs der Erinnerung an eine Begräbnisstätte. Vielmehr wurden früher Waldstücke eingefriedet (=eingezäunt), damit die Tiere nicht davon liefen. Bis in die 50-er und 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts lieferten die Nebenerwerbslandwirtschaft und der Einschlag von Nutz- und Brennholz noch einen bedeutenden Beitrag zum Lebensunterhalt der meist sehr armen Bevölkerung.
Darauf weist möglicherweise der in Nachbarorten kursierende Spottvers „In Oppen gefft et nix se roppen!“ hin. Auch diese beiden Felder hat Ulrich Becker richtig gedeutet.
3. Die Wellenlinie
Nichts anfangen konnte er dagegen mit der Wellenlinie, die das Wappen in der Mitte teilt. Dabei ist diese auch ganz einfach als ein Hinweis auf den vorhandenen Wasserreichtum zu sehen. Der Heraldiker spricht vom Mühlenbach, ansonsten wird er als Mookenbach oder aber auch als Mackenbach bezeichnet, der von mehreren Quellbächen gespeist wird.
Oberhalb von Oppen wurde der Bach geteilt, denn ein Teil seines Wassers wurde für den Betrieb der Oppener Mühle in der heutigen St. Florian-Straße abgezweigt. Von da an laufen 2 Bäche durch die Gärten. Das eine ist der eigentliche Bach, der am südlichen Hang entlang fließt und auf heutigen Karten als Mackenbach bezeichnet wird. Das andere ist der Graben, der das abfließende Mühlenwasser parallel dazu talabwärts führt. Beide spielten früher eine wichtige Rolle für die Bewässerung der sehr ertragreichen Gärten in der Tallage. Mehl wird in Oppen schon lange nicht mehr gemahlen, die Bewohner der ehemaligen Mühle und des gegenüberliegenden Gasthauses (heute „Eis-Anna“) wurden aber lange noch „Millern“ genannt.