08/09/2026
Vortrag von Prof. Andreas Rödder (Foto)
NEUES LIBERALES NETZWERK
Versuch (m)einer Zusammenfassung
„Sprache ist Macht“
sagte der Philosoph Michel Foucault. Er sagt auch: Macht erzeugt etwas: Sie formt Realitäten, Verhaltensweisen, Subjekte, Institutionen und vor allem Wissen.
Wissen führt(e) zur historischen Aufklärung, die heute als ein Instrument „alter weisser Männer“ stigmatisiert wird. Konsequenz: „Aufklärung ist Beherrschung“ .
Dies wiederum evoziert in modernen Gesellschaften Ausgleichsansprüche von Benachteiligten. Geregelt meist über Quoten, wobei wir diese wiederum frei verhandeln. Verhandlungen darüber schaffen Verhärtung mit der weiteren Konsequenz der Ideologisierung. Stichwort Klimakrise, wo die Lösungen oft nicht mehr im technologischen Wettbewerb erzielt werden sollen sondern durch staatliche Verordnung. Diese ist fehlbar, wie sich beim Heizungsgesetz zeigt.
Die Themen Migration und Diversität werden ähnlich toleranzfrei diskutiert. Das sind disruptive Konsequenzen der postmodern-linken Revolution mit der zwangsläufigen Folge neurechter Gegenrevolutionen. Deren Kernansatz ist die Behauptung über die Limitierung des „öffentlich Sagbaren“ mit der Intention der Grenzverschiebung.
Denn auch hier greift der politische Grundsatz: Das öffentlich Sagbare führt zum Machbaren. Und das alles unter Verlust einer Diskussion auf Augenhöhe aller Beteiligten durch Beharren und Verhärtung der Standpunkte. So entstehen gefühlte wie echte Repräsentationslücken, was zB. den Aufstieg der 2013 gegründeten AFD, 2017 schon drittstärkste Partei im Bundestag, nicht nur dynamisiert, sondern regelrecht befeuert hat. Oder auch die Wiederwahl von Donald Trump in den USA.
In dieser Post-Liberalen Phase, in der wir uns befinden, stehen wir intellektuell blank da, weil fehlende Kulturkämpfe keine Vision der Zukunft geliefert haben. Politiker begreifen Politik heute als Verwaltungs- nicht als Gestaltungsakt. Dabei hat erst die Fähigkeit zur Selbstkritik und deren Anwendung moderne Gesellschaften entstehen und stark werden lassen. Die Ständerepubliken konnten nur überwunden werden durch den Zugang zu Bildung, der Belohnung von Leistung, basierend auf dem freien Willen des Einzelnen.
Die Korrektur dieser Entwicklungen und selbstbewusst-robustes Handeln ist nun die vorrangige Aufgabe eines bisher zögerlichen Rechtsstaates.