10/08/2023
Teile und herrsche
Divide et impera – das war schon das Erfolgsrezept der alten Römer. Spalte eine zu beherrschende Gruppe in Teile mit widerstrebenden Interessen auf. – Dann kannst Du im Hintergrund ganz entspannt deine Agenda durchziehen. Eine starke Gemeinschaft oder Familie, früher die wichtigste Zelle des Volkes, stellt sich nicht geschlossen gegen den schwachen Staat, wenn man sie spaltet. Die jüngste Vergangenheit hat tiefe Gräben durch Familien und Freundschaften gezogen, und damit alles andere als Einheit erzeugt.
Die Genderdebatte teilt ebenfalls die Gemeinschaft. Ich persönlich beurteile einen Menschen nach seinem Wesen und seiner Leistung – und nicht nach seinem gefühlten Geschlecht. Das interessiert mich gar nicht. Für andere gibt es nichts Wichtigeres als das Pronomen, damit sich auch ja jeder richtig angesprochen und mitgenommen fühlt. Da fühlt man plötzlich wichtig, auch wenn man vorher nichts auf die Reihe bekommen hat.
Das ist, glaube ich, auch das Erfolgsrezept von Starbucks. Dort stehen die Menschen nicht reihenweise an, weil der überteuerte Kaffee da besonders gut schmeckt. Nein – dort ist man wer. Man kann über 5 Fragen selbst bestimmen, was in den Becher fließt. Und am Ende steht sogar noch der eigene Name drauf. Ein Stück Selbstbestimmung in einer sonst fremd bestimmten Welt.
Ich persönlich könnte mich aufregen, wenn ein völlig unqualifizierter Mann über die Frauenquote plötzlich mit Perücke und in Frauenkleidern hochdotiert im Bundestag sitzt. Dann frage ich mich, ob diese Dame bei früheren Politkern wie Wehner, Strauß und Schmidt Schnauze ebenfalls die Eier gehabt hätte, dort so aufzutreten. Doch dann muss ich wieder an divide et impera denken. Denn das ist ja genau das, was sie wollen…