Marcel Krummrich - Kunstfotografie und freie Projekte

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Nachdem ich dieses Foto gemacht hab, dachte ich mir, vielleicht sah es auf dem Tisch von Maria Sibylla Merian manchmal g...
21/10/2026

Nachdem ich dieses Foto gemacht hab, dachte ich mir, vielleicht sah es auf dem Tisch von Maria Sibylla Merian manchmal ganz ähnlich aus.
Eine Tasse Kaffee, verwelkte Blumen, ein Schmetterling und eine zerbrochene Eierschale. Sie hat gerade ihre Sammlung durchgesehen und ein paar Fundstücke auf dem Tisch liegen lassen. Sie hat ja einen großen Teil ihres Lebens damit verbracht, die Natur zu beobachten und zu zeichnen. Besonders die Verwandlung von Raupen in Schmetterlinge beschäftigte sie.
Ich kann mir gut vorstellen, wie sie an dem Tisch sitzt, eine welke Blüte in die Hand nimmt und sie aufmerksam betrachtet. Vielleicht entdeckt sie etwas daran, das ihr vorher entgangen ist.
Was für uns nach den traurigen Resten eines vergangenen Sommers aussieht, war für sie womöglich noch lange nicht uninteressant. Selbst in einer vertrockneten Blüte lässt sich schließlich einiges entdecken. Das hätte ich dann mit ihr als Gemeinsamkeit ☺️
Und während sie sich mit all diesen Dingen beschäftigt, wird der Kaffee kalt. Das dürfte sich in den letzten dreihundert Jahren kaum geändert haben.

Dies ist ein Geburtstagstisch. Ein Tisch aus einer anderen Zeit, bestimmt.Aber auch nicht so weit weg, wie man bei den B...
14/10/2026

Dies ist ein Geburtstagstisch. Ein Tisch aus einer anderen Zeit, bestimmt.
Aber auch nicht so weit weg, wie man bei den Briefen meinen könnte.
Zwei Tassen mit Kaffee und Erdbeeren statt Kuchen. Die Rosenzweige sind wild und wollten sich nicht zähmen lassen. Sie waren furchtbar stachelig und haben auch schon bald ihre Blütenblätter abgeworfen. Bei diesem Foto habe ich mal die Perspektive gewechselt und von oben fotografiert. Weniger wie ein klassisches Stillleben. Der genaue Betrachter wird bemerkt haben, dass die Kaffeetassen etwas klein sind. Heute würden wir Espressotassen sagen, doch es gab eine Zeit da hieß der kleine Kaffee Mokka.
Alles Gute zum Geburtstag. Für die, die heute nicht mehr mit uns feiern können.

Blau auf Weiß gehört für mich zum Stil der alten Meister. Was wir heute als Delfter Blau kennen, war ursprünglich allerd...
07/10/2026

Blau auf Weiß gehört für mich zum Stil der alten Meister. Was wir heute als Delfter Blau kennen, war ursprünglich allerdings ziemlich international: Die Niederländer waren im 17. Jahrhundert verrückt nach chinesischem Porzellan und begannen irgendwann, ihre eigene Version davon herzustellen.
Das berühmte Blau kommt vom Kobalt. Und das interessante daran: Beim Bemalen ist die Farbe noch dunkel und unscheinbar. Erst im Ofen wird daraus dieses tiefe Blau, das heute jeder sofort mit Delft verbindet.
Zu den weißen Pfingstrosen gefällt mir das besonders. Eigentlich gibt es im Bild kaum Farbe – und trotzdem passiert ziemlich viel zwischen dem Weiß der Blüten, dem Blau der Keramik und dem dunklen Hintergrund.
Und Kaffee. Der ist eindeutig nicht historisch korrekt inszeniert, war aber notwendig.

Gegen den Herbstblues gibt’s heute Zincum Metallicum.Zink soll ja die Abwehrkräfte stärken. Aber ob das Mittel was in di...
30/09/2026

Gegen den Herbstblues gibt’s heute Zincum Metallicum.
Zink soll ja die Abwehrkräfte stärken. Aber ob das Mittel was in dieser Flasche war, genauso hilft, das weiß ich nicht. Für mich war es ein schöner Gegensatz zwischen den üppigen Dahlien von .montag , die jetzt im kommenden Herbst so richtig aufleuchten und der kleinen Warnung, dass es mit der Pracht bald zu Ende sein wird.
Deshalb meine Dosierung für den Herbst: reichlich Dahlien, ein paar Beeren und möglichst wenig schlechte Laune.
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Floristen oder Fotografen.

Heute wird’s mal etwas üppiger.Lilien, Dahlien, Chrysanthemen, Hortensien, viel Grün – und von allem ein bisschen zu vie...
23/09/2026

Heute wird’s mal etwas üppiger.
Lilien, Dahlien, Chrysanthemen, Hortensien, viel Grün – und von allem ein bisschen zu viel. Mir war wohl ziemlich nach Barock zumute.
Ich mag diese großen, schweren Sträuße, bei denen man gar nicht sofort weiß, wo man zuerst hinschauen soll. Überall passiert etwas.
Besonders schön finde ich gerade diesen Gegensatz zwischen den fast weißen Lilien, den kräftigen Rot- und Rosatönen und dem satten Grün darunter.
Nach all den eher stillen Stillleben durfte es heute also mal ein bisschen mehr sein.
Ein bisschen Barock hat schließlich noch niemandem geschadet.

Ist eigentlich irgendjemandem aufgefallen, dass ich hier seit Monaten nichts mehr gepostet habe?Falls nicht, bitte einfa...
15/09/2026

Ist eigentlich irgendjemandem aufgefallen, dass ich hier seit Monaten nichts mehr gepostet habe?
Falls nicht, bitte einfach weiterlesen und so tun, als hätte ich nicht gefragt. 😉
Tatsächlich hatte ich irgendwann einfach die Lust auf Instagram verloren. Dieser selbstgemachte Druck jede Woche was zu posten. Ständig Überlegen: Was postet man? Und wann? Warum mag der Algo mich nicht oder woran liegt´s? Irgendwann dachte ich mir: Egal. Dann mache ich mal ne Pause.
Diese erkläre ich jetzt für beendet. ;-) Ich lass mich wieder hier blicken und zeige ein paar meiner letzten Ergebnisse. Für den Anfang gibt es gleich ein bisschen mehr: Fingerhut, Wicken, Rosen, Kapuzinerkresse, Ranken, Blätter – alles wächst und hängt ziemlich munter durcheinander. Ich mag das. Nicht so perfekt arrangiert.
Mit ganzen lieben Grüßen und Dank an
Mal sehen, ob Instagram und ich uns wieder vertragen.
Und jetzt dürft ihr ehrlich sein: Ist euch meine Abwesenheit überhaupt aufgefallen?

Der Reiz dieses Bildes liegt für mich in einem kleinen Widerspruch. Da steht eine feine Porzellantasse, wie man sie viel...
30/06/2026

Der Reiz dieses Bildes liegt für mich in einem kleinen Widerspruch. Da steht eine feine Porzellantasse, wie man sie vielleicht eher mit einer festlich gedeckten Kaffeetafel verbindet. Daneben liegen Erdbeeren und ein Bund Spargel – Zutaten, die eigentlich direkt vom Wochenmarkt oder aus dem Garten kommen.
Und genau in dieser Kombination verändert sich der Blick. Der Spargel wirkt plötzlich fast wie eine kostbare Skulptur, die Erdbeeren wie kleine Edelsteine. Nicht, weil sie etwas Besonderes sein wollen, sondern weil wir ihnen die gleiche Aufmerksamkeit schenken wie dem feinen Porzellan.
Dieses Stillleben erinnert mich das daran, dass Wert nicht nur in seltenen oder teuren Dingen steckt. Oft reicht es, Gewöhnliches mit etwas mehr Ruhe zu betrachten. Dann werden selbst ein Bund Spargel, eine Handvoll Erdbeeren und eine Tasse Kaffee zu etwas, das man nicht einfach nur konsumiert, sondern bewusst genießt.

Pfingstrosen haben einen schlechten Sinn für Timing.Wochenlang passiert fast nichts. Man wartet. Schaut jeden Tag nach d...
23/06/2026

Pfingstrosen haben einen schlechten Sinn für Timing.
Wochenlang passiert fast nichts. Man wartet. Schaut jeden Tag nach den Knospen. Und dann beschließen sie plötzlich, alle gleichzeitig aufzublühen und eigentlich auch schon sofort wieder zu verblühen.
So ungefähr war es auch hier.
Eigentlich wollte ich nur die großen, geöffneten Blüten fotografieren. Doch so konkret geht das bei Pfingstrosen selten: Einige Pfingstrosen sind bereits vollständig aufgeblüht und zeigen ihre ganze Fülle. Andere stehen noch als feste Knospen da und werden sich erst später öffnen. Wieder andere haben die ersten Blätter verloren und zeigen bereits, dass ihre Blütezeit bald vorbei ist.
Ich mag an Pfingstrosen, dass sie nie nur einen einzigen Zustand zeigen, sondern ein ganzes Leben auf einmal.
Die gelben Kapuzinerkressen am Fuß der Vase machen dabei genau das, was Kapuzinerkressen am besten können: Sie kümmern sich nicht um die große Bühne und ziehen trotzdem die Aufmerksamkeit auf sich.
Die Kapuzinerkressen hat mir Antje Montag aus ihrem Garten mitgebracht – eine kleine Zugabe, die dem Arrangement genau den richtigen Akzent verleiht. Dafür herzlichen Dank. Denn genau das macht dieses Arrangement interessant.

Wer glaubt, Blumen würden brav dort stehen bleiben, wo man sie hinstellt, hat noch nie ein Stillleben aufgebaut.Die Sonn...
16/06/2026

Wer glaubt, Blumen würden brav dort stehen bleiben, wo man sie hinstellt, hat noch nie ein Stillleben aufgebaut.
Die Sonnenblumen waren schwer wie kleine Hanteln, die Duftwicken wollten ständig in eine andere Richtung wachsen und der Fingerhut machte ohnehin nur, was er wollte. Nach jeder kleinen Veränderung sah das Arrangement wieder anders aus. Meine Bilder entstehen nicht durch Kontrolle, sondern durch ständiges Reagieren. Man schaut, verschiebt, nimmt etwas heraus, fügt etwas hinzu und irgendwann gibt es diesen kurzen Moment, in dem alles zusammenpasst.

Ein besonderer Dank geht an Antje Montag, die mich mit ihrer außergewöhnlichen Vielfalt an Blumen immer wieder vor die angenehme Herausforderung stellt, aus dem Überfluss auszuwählen.
Und wenn man genau hinsieht, steckt auch in diesem Strauß ein kleiner Widerspruch: Die Sonnenblumen strahlen pure Lebensfreude aus, während der Fingerhut zu den giftigsten Pflanzen unserer Gärten gehört. Schönheit und Vorsicht stehen hier direkt nebeneinander.
Zum Glück mussten sich die Blumen darüber nicht einigen. 💐🙃

Eigentlich begann dieses Bild mit den Muscheln.Sie liegen schon eine Weile in meinem Atelier. Manche habe ich auf Reisen...
09/06/2026

Eigentlich begann dieses Bild mit den Muscheln.
Sie liegen schon eine Weile in meinem Atelier. Manche habe ich auf Reisen gefunden, andere irgendwann geschenkt bekommen. Ich mag Dinge, die ihre eigene Geschichte mitbringen und bei denen man gar nicht mehr genau weiß, wann sie ins eigene Leben gekommen sind.
Als die Mohnblumen dazu kamen, entstand fast von selbst ein Dialog. Die Muscheln erzählen von Dauer. Sie haben Jahre gebraucht, um ihre Form zu bekommen. Die Mohnblüten wirken auf den ersten Blick fragil, und doch besitzen sie eine erstaunliche Stabilität. Sie öffnen sich, leuchten für kurze Zeit und behaupten ihre Präsenz mit einer Kraft, die man ihnen kaum zutrauen würde.
Genau solche Gegensätze interessieren mich beim Arrangieren. Nicht als große Botschaft, sondern als Beobachtung. Manche Dinge begleiten uns über Jahre. Andere bleiben nur für einen kurzen Moment.
Und oft sind es gerade diese kurzen Momente, die man besonders gut in Erinnerung behält.

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