21/10/2026
Nachdem ich dieses Foto gemacht hab, dachte ich mir, vielleicht sah es auf dem Tisch von Maria Sibylla Merian manchmal ganz ähnlich aus.
Eine Tasse Kaffee, verwelkte Blumen, ein Schmetterling und eine zerbrochene Eierschale. Sie hat gerade ihre Sammlung durchgesehen und ein paar Fundstücke auf dem Tisch liegen lassen. Sie hat ja einen großen Teil ihres Lebens damit verbracht, die Natur zu beobachten und zu zeichnen. Besonders die Verwandlung von Raupen in Schmetterlinge beschäftigte sie.
Ich kann mir gut vorstellen, wie sie an dem Tisch sitzt, eine welke Blüte in die Hand nimmt und sie aufmerksam betrachtet. Vielleicht entdeckt sie etwas daran, das ihr vorher entgangen ist.
Was für uns nach den traurigen Resten eines vergangenen Sommers aussieht, war für sie womöglich noch lange nicht uninteressant. Selbst in einer vertrockneten Blüte lässt sich schließlich einiges entdecken. Das hätte ich dann mit ihr als Gemeinsamkeit ☺️
Und während sie sich mit all diesen Dingen beschäftigt, wird der Kaffee kalt. Das dürfte sich in den letzten dreihundert Jahren kaum geändert haben.