19/10/2026
Ein Film und ein spontaner Abend mit Philipp Hochmair, dem Schauspieler, dem Jedermann, Mephisto, Werther, der alles gibt, laut und erratisch und doch ganz still und privat sein kann. Wie immer läuft es spontan zwischen uns, mal meldet er sich, mal ich, dazwischen große Abstände, ein Jahr und mehr. So auch vor ein paar Tagen: “Lieber Philipp, Du bist in Hamburg, wie ich gerade gelesen haben … Wollen wir was machen? Hättest Du Lust!” – “Das ist aber nett. Sehr gerne”, antwortet er, wenige Minuten später.
Ich mag die Wohung, die Rotunde, den Abendhimmel, die private Atmosphäre und wie sich jeder eine Sitzgelegenheit schnappt und alle miteinander ins angeregte Plaudern kommen. Das ist für mich bester Salon-Gedanke, unkompliziert und improvisiert.
Bloß keine Standards fragen, keine Lebensnacherzählung einfordern. Beginnen wir bei dem Film und seiner Intimität, die teilweise verstörend wirkt in ihrer Offenheit. Die Regisseurin Katharina Pethke versucht sich dem Künstler und dem Mann Philipp Hochmair zu nähern, indem sie ihn einlädt mitzumachen, mitzuspielen, sich zu zeigen. Wer ist dieser Mensch? Gibt es diese Trennung von Schauspieler und Privatperson überhaupt? Die Aufnahmen entstanden 2013/14. Dazwischen ist viel passiert, zum Theater gesellte sich der Film, kam die eigene Band mit Jedermann Reloaded (Konzert am 21.10. in der Elbphilharmonie, es gibt noch Karten).
Wo ist der Schutzraum des Künstlers? Jetzt, nach all den Jahren und den verschiedenen Umschnitten des Filmes, könne er ihn sich wieder anschauen, hat die nötige Distanz gefunden, erzählt er. Die durchgängigen Schwarz-weiß Aufnahmen helfen dabei zu entfremden. Herrliche Sequenzen gibt es dazwischen so zart und fein, wie ein liebendes “Catch-me-if-you-can!”. Keiner weiß, ob es irgendwo hinführt oder sich selbst genügt.