27/08/2022
Endlich ist es soweit. Der Moment auf den ich schon lange gewartet habe. Mein erstes professionelles Fotoshooting. Ich als Model. Ein Moment, auf den ich schon lange hingefiebert habe.
Ein paar Monate zuvor habe ich zufällig eine Anzeige auf Facebook gesehen, bin über meinen Schatten gesprungen und habe mich einfach spontan beworben. Und es hat tatsächlich geklappt.
Professionelle Fotografie – etwas ganz Neues für mich.
Selbstbewusst betrete ich das Fotostudio – aufgeregt und freudig erregt auf das was da so kommen mag, verlasse ich mein sicheres Terrain und stelle mich dieser neuen kreativen Herausforderung.
Das Shooting lief allerdings unerwartet kühl und steril ab. Keine freundlichen Worte, die mich bestärkten und mir eine Wohlfühlatmosphäre schafften. Keine Anweisungen für die richtigen Posen, keinerlei Hilfestellung. Unsicherheit überkam mich. Und genau so sah ich auf den Bildern letztendlich auch aus. Ich fühlte mich dick und hässlich als ich die Bilder sah. Diese Fotos zeigten zwar mich, aber ich erkannte mich nicht wieder. Falscher Winkel, falsche Perspektive, einfach alles falsch. Ich war am Boden zerstört.
Aus diesem Grund habe ich mich mit der Fotografie selbstständig gemacht. Am Anfang hatte ich mit vielen Fragen in meinem Kopf zu kämpfen. Wie soll ich es als Mädchen vom Dorf ohne fotografische Ausbildung mit den Profis aus der Großstadt aufnehmen? Und wie kann ich es schaffen, den Menschen das Gefühl zu geben schön zu sein und diesen Moment fotografisch passend zu würdigen, damit sich niemand so fühlen muss wie ich bei meinem Shooting?
„Probier es einfach aus!“, habe ich mir gedacht. Was mir geholfen hat, war der Glaube an meine Kreativität und dass es gut ist mit seinen Aufgaben zu wachsen und nicht alles nach Schema F aus dem Lehrbuch zu lösen. Es war wichtig zu sehen, dass anders sein überhaupt nicht schlimm sein muss und dass ich von meinen schlechten Erfahrungen sogar profitieren kann.
Heute, ein Jahr nach Beginn meiner Selbstständigkeit, habe ich schon viele besondere Momente festhalten und viele Menschen mit meiner Fotografie glücklich machen dürfen.
Ich zeige den Menschen mit meiner Fotografie wie wunderschön sie sind und trage dazu bei, dass sie sich attraktiv fühlen und selbstbewusster werden.