05/01/2022
Jedes Jahr am 30.12. nehme ich mein Tagebuch zur Hand, schreibe ein wenig über das vergangene Jahr und blicke dabei auf das Neue.
Machst Du das auch?
Es gleicht einer Art Brief an mich selbst. Ich lese dann auch meinen „Brief“ vom Jahr zuvor, aber in diesem Jahr war ich ehrlich schockiert.
Keine einzige weitere Zeile fand sich zwischen diesen beiden Einträgen. Nichts...und meine Ideen und Vorhaben für das letzte Jahr hätte ich komplett erneut für das kommende Jahr übernehmen können.
Ist NICHTS geschehen in diesem Jahr? ...nichts, dass es wert gewesen wäre, aufgeschrieben zu werden? Habe ich mich nicht von der Stelle bewegt?
So begann ich aufzuschreiben, was mich in dem letzten Jahr umgetrieben hat, was mich hat wachsen lassen, worüber ich geweint habe, und was mir Angst machte,
wie oft ich vor Liebe und Lachen ganz voll war, und wie viele Male ich mich kraft- und mutlos gefühlt habe.
Ohne, dass ich es merkte, füllten sich die Seiten.
Von dem Gefühl, nichts „geschafft“ zu haben in diesem Jahr, bewegte ich mich mehr und mehr zu der Erkenntnis, dass ich einen Berg bestiegen habe, und dass ich dabei nicht allein gewesen bin.
Meine Familie war immer an meiner Seite und einige Freunde, mit denen ich schon viele Jahre lang gemeinsam wachsen darf. Auch wenn es nicht immer einfach war in diesen Zeiten in Kontakt zu bleiben.
Stundenlange Spaziergänge und auch Telefonate waren ja schon immer mein Ding.
An WhatsApp-Treffen auf eine Tasse Tee oder Zoom-Meetings zur Bildbesprechung musste ich mich jedoch wirklich erst einmal gewöhnen.
Durch meine Online-Weiterbildung in Dokumentarischer Fotografie sind Anfang des Jahres noch einige ganz wunderbare Frauen in mein Leben getreten.
Neben all dem, was dieses Jahr uns durch Corona an Schwerem gebracht hat, bin ich ihm dafür unendlich dankbar.
Auch durfte ich trotz der sich immer wieder ändernden Schutzmaßnahmen und Verordnungen viele liebe Familien fotografisch begleiten.
Ich weiß, dass 3G, 2G, sich testen, Abstände einhalten ... schon zu unser aller Alltag geworden ist.
Dennoch möchte ich all den Familien danken, die sich mit mir darauf eingelassen haben, die geduldig gewartet haben, wenn wieder einmal meine Kinder zu Hause bleiben mussten, und ich nur sehr eingeschränkt arbeiten konnte.
Euer Verständnis und Vertrauen hat das Weiterarbeiten für mich in diesem Jahr erst möglich gemacht.
Meine Reise hat mich 2021 nicht all die Wege beschreiten lassen, die ich geplant hatte, dafür bin ich jedoch neue Wege gegangen und bin auf ihnen gewachsen.
Ich habe loslassen müssen und durfte neue Menschen in meinem Leben aufnehmen.
All das zuzulassen und wertzuschätzen ist für mich der Schatz, den ich aus diesem alten Jahr mit mir nehmen möchte.
Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein Frohes neues Jahr, das auch ein paar überraschende Schätze und neue Wege bereit hält 🙂
Was nimmst Du mit ins neue Jahr?
Alles Liebe, Kathleen