29/08/2026
Vor genau 200 Jahren begann die faszinierende Reise der Fotografie – ein Handwerk, das mein Leben und meine Arbeit bis heute tief prägt und das ich hoffentlich auch in Zukunft noch weiter ausüben darf. Im Sommer 1826 fing der französische Erfinder Joseph Nicéphore Niépce aus seinem Arbeitszimmer mit einer Zinnplatte und acht Stunden Belichtungszeit das erste dauerhafte Bild der Welt ein. Das Prinzip der Lochkamera (Camera obscura) war zwar schon lange bekannt, aber die Bilder hielten bis dahin nie. Niépce nannte das Bild „Point de vue du Gras“ (Ansicht von Le Gras).
Die Geburtsstunde der Fotografie war später im Jahr 1839: Montag, der 19. August 1839 gilt als offizieller Tag der Erfindung. An diesem Tag wurde das verbesserte Verfahren vom Maler und Unternehmer Louis Daguerre (die sogenannte Daguerreotypie) in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt. Es war das erste kommerziell nutzbare Fotoverfahren der Geschichte. Das Ergebnis war ein gestochen scharfes, jedoch unreplizierbares Einzelbild auf einer silberbeschichteten Kupferplatte. Diese wurde vorab mit Joddampf lichtempfindlich gemacht und musste anschließend nur noch etwa dreißig Sekunden belichtet werden.
Fast zeitgleich revolutionierte der Brite William Henry Fox Talbot die Fachwelt mit dem Negativ-Positiv-Verfahren. Erst diese Erfindung ebnete den Weg für die unendliche Vervielfältigung von Bildern. Viele Erfindungen folgten in den Jahren danach: Von schnelleren Kameraverschlüssen über den ersten klassischen Negativ-Film bis hin zur digitalen Fotografie der Gegenwart.