13/10/2019
The long way to - Part 1
Jetzt ist der Tag gekommen, Raceday. Mein erster steht an.
Wochen der Vorbereitung liegen hinter mir, ein großes Rennen vor mir.
Nach einer kurzen Nacht bin ich um 4:30 Uhr mit einem kleinen Frühstück gestartet, etwas leichtes, Toast mit Butter und Marmelade, ein Espresso dazu und viel Wasser. Eigentlich habe ich gut geschlafen, aber jetzt kommt die Nervosität.
Im Aufzug ein Selfie, aber hier sieht man schon die ganze Nervosität. Die 800m zum Start geht es erstmal durch eine Menschenleere Fußgängerzone in . Aber je näher ich dem Startbereich komme sind immer mehr Menschen auf den Straßen in angespannter Ruhe. Alle strömen zur Wechselzone.
Dort ist bereits hektisches Treiben, jeder macht noch mal einen letzten Bikecheck, füllt seine Flaschen auf und zieht seinen Neopren an. Ich bin erstmal an den Strand und habe mir in Ruhe das Meer angeschaut, es schaut friedlich aus. Und die Rettungskräfte sind auch gut vorbereitet und einsatzklar.
Mein Fahrrad hat die Nacht auch gut überstanden. Alles steht noch wie am Vorabend. die letzten Vorbereitungen gehen schnell. Getränke und Gels auffüllen. Fahrradcomputer befestigen und Neopren langsam anziehen. Jetzt brauche ich nur noch meine Badekappe und Schwimmbrille.
Ich habe versucht eine ruhige Ecke zu finden um mich warm zu machen, Chancenlos. Deswegen bin ich nochmal an den Strand. Dieser füllt sich langsam mit Zuschauern, und meine Nervosität wird größer.
Gegen 8 Uhr gehe ich zurück in die Wechselzone, Neopren schließen und ab in die Startzone. Ich sortiere mich mit vielen anderen Startern in die 1.15h Zielzeitbox. Das ich hier stehe empfinde ich immer noch unglaublich. Wenn ich vor einer Disziplin maximal Respekt habe, teilweise sogar Panik, dann ist es Schwimmen im Meer, und dann noch über 3.800m. Ich war vorgestern das erste Mal überhaupt im Meer zum Schwimmen. Es ist aber weiterhin die große Unbekannte. Danke an die lieben Personen, die mir positive Gedanken in den Kopf für diese Teilstrecke gesetzt haben. Ohne Euch würde ich jetzt hier nicht reinspringen. Die Anspannung steigt, ich habe jetzt bereits 24x meine Badekappe gerichtet und 5x die Schwimmbrille an- und ausgezogen.
Aber jetzt beginnt die Show, das Rennen. Punkt 8 Uhr beginnt der Moderator mit seinem Programm. Begrüßung, Leute animieren und runterzählen bis zum Start der Profis um 8:05 Uhr. Der Startschuss fällt, jetzt geht es los.
Dank des Rolling Starts geht es ab 8:15 Uhr los für die Amateure. in 6er Reihen werden alle 5 Sekunden die Teilnehmer ins Meer gelassen. 10m kurzer Sprint und rein, entzerrt das Schwimmen perfekt.
Aber zuvor geht es an den Zuschauern vorbei, langsam fällt die Anspannung bei mir ab. Die Vorfreude steigt...
8:33 Uhr ist es dann soweit, ich starte ins Wasser. Jetzt gibt es kein zurück mehr. Ein kurzer Sprint und ich bin im 21 Grad warmen Mittelmeer. Ein tolles Gefühl, die Sonne geht auf und ich beginne meine große Reise. Die ersten Züge fühlen sich gut an. Ich spüre eine große Sicherheit, fühle eine gute Wasserlage und denke auch genug Druck in den Zug zu bekommen.
Die Bojen sind gut zu sehen, und ungefähr in einem Abstand von 100m. Überraschenderweise ist das Meer entgegen meiner Erwartung in 300m, wo die erste Boje uns auf den Weg parallel zur Küste schickt, nur ca. 1.50m tief und man hat klaren Blick auf den Boden. Das gefällt mir.
Die Wellen sind deutlich zu spüren, aber es ist relativ ruhig. Es schwimmt sich hervorragend. Und es macht Spaß. Um mich ein wenig abzulenken Schwimme ich von Boje zu Boje einen anderen Atemzug, 2er, 3er, 4er-2er im Wechsel. Abwechslung das ganze Rennen. Nach 1.500m schaue ich das erste Mal auf meine Uhr, ungefähr 25min. das ist eine Bombenzeit für mich. Meine Motivation und meine Lust steigen weiter. Ich fühle mich richtig wohl beim Schwimmen. Da hätte ich vorher nicht geglaubt.
Der Wendepunkt nach 2.100m ist schnell erreicht, jetzt nur noch zurück. Ich fühle mich immer besser, mit einem Auge auch immer ein Blick auf meine Uhr. Jetzt schwimmen sogar 2-3 direkt an meinem Kopf vorbei, es stört mich nicht. Werde ich meine Zielzeit erreichen, oder sogar toppen?
Nach exakt 1:10:57 hatte ich Gewissheit, ich habe eine perfekte erste Disziplin für mich hingelegt. Ich habe das Schwimmen geschafft, und noch besser, durchgängig in Kraul - Premiere. 10min. besser als geplant, den in meiner Prognose ging ich von 1:20 aus.
Ich denke meine gute Laune kann man mir ansehen auf dem Weg in die Wechselzone. Mit einem lächeln geht es den Strand hoch zur Dusche, Salz abspülen und etwas trinken. Frisches Wasser, denn Salzwasser hatte ich jetzt bereits genug in mir. Als nächstes steht die Vorbereitung auf die nächste Disziplin an. 180km Rad.
So kann es weitergehen ...