20/06/2026
Testament der Zeit | Kapitel 2: Das Erwachen der Stille
„Manchmal ist der härteste Winter nur der Boden für den schönsten Frühling.“
Willkommen zu Kapitel 2 meiner Dokumentationsreihe „Testament der Zeit“. Nachdem wir im ersten Teil in Sassnitz über Beständigkeit nachgedacht haben, führt uns der Weg nun nach Lietzow am Jasmunder Bodden.
Zu Beginn begegnen wir einer Landschaft, die den Atem angehalten hat. Das Eis liegt wie ein mystisches, gläsernes Tuch über dem Wasser und konserviert eine Stille, die man fast hören kann. Doch dann, mit einem harten Schnitt, weicht die Starre dem Leben. Die Vögel kehren zurück, das erste Grün bricht hervor, und der Wald verwandelt sich in ein Meer aus weißen Buschwindröschen.
Wenn ich diese filigrane Pracht betrachte, kommen mir die Worte Jesu aus der Bergpredigt in den Sinn:
„Seht euch die Lilien auf dem Feld an: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht so schön gekleidet wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, wie viel mehr wird er dann für euch sorgen?“ (nach Matthäus 6,28–30)
Es ist eine berührende Zusage: Wenn Gott sich schon mit solcher Liebe um diese flüchtigen Blumen kümmert, die heute blühen und morgen vergehen – wie viel mehr liegt ihm dann an uns? Auch wenn diese Blüten verblühen, bleibt die Gewissheit, dass sie wiederkehren. Was wir heute in Bildern festhalten, ist mein kleiner Beitrag, die flüchtige Pracht dieser Schöpfung für einen Augenblick anzuhalten und ihr die Ehre zu erweisen, die ihr gebührt.
Ich werde diese Doku weiterhin kapitelweise hier auf dem Kanal mit euch teilen. Vielen Dank für eure Unterstützung und dafür, dass ihr mich auf dieser Reise begleitet.