01/04/2026
2026 – "Kein Weg" bedeutet gleichzeitig, dass der Weg, auf dem man sich gerade befindet, nun zu Ende ist. Irgendwann hat alles mal ein Ende, und trotzdem dreht die Welt sich weiter.
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Seit vielen Jahren bin ich nun jedes Jahr zum Frühlingsbeginn mit der Kamera auf Möbbenjagd. Anfangs war es noch schwierig, weil die Tiere ja so scheu sind. Aber Jahr für Jahr fasste die einst vom Aussterben bedrohte Tierart wieder mehr Vertrauen und der Bestand erholte sich zusehends. Am Ende konnte ich sogar an der Ostsee eine Möbbe vor die Linse bekommen, was ich vor ein paar Jahren noch nie für möglich gehalte hätte. Und was soll ich sagen: in diesem Frühling ist mir dann auch im äussersten Norden von Deutschland, am Sylter Ellenbogen, ein junges Möbbenmännchen begegnet. Als zertifizierte Möbbenbeauftragte freue ich mich über diese tolle Entwicklung natürlich ganz besonders.
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So und so ähnlich begleiten mich die Möbben und ihre Geschichten nun schon seit acht Jahren, immer am ersten April. Ich habe in jedes Bild und jede Geschichte immer sehr viel Arbeit und Herzblut gesteckt und vielen Menschen damit eine Freude bereitet. Stets war alles echte und ehrliche Handarbeit, in die ich Stunden investiert habe. Diese Arbeit wurde belohnt durch tausende Likes und unzählige Kommentare. Die Möbbe war so beliebt, dass sie sogar von anderen Plattformen und Seiten geklaut und mit eigenem Content belegt wurde, was mich natürlich nicht so sehr gefreut hat, weil meine Arbeit damit plötzlich nicht mehr meine sein sollte.
Vor zwei Jahren bemerkte ich dann das erste Mal, dass die Freude unter meinem Möbbenpost nicht mehr so groß war wie noch zu Beginn. Die nüchternen "April April" Kommentare gelangweilter Spielverderber nahmen in den Kommentarspalten massiv zu. Sie nahmen anderen Lesern schon im Ansatz die Freude an der Geschichte und die beflügelte Fantasie wurde im Keim erstickt. Und darunter mischten sich auch zum ersten Mal die ersten "KI machts möglich" Kommentare. Das saß. Stundenlange Arbeit mit drei Worten unter den Tisch gekehrt. Im letzten Jahr bestand schließlich über die Hälfte der Kommentare aus "KI" Klatschen, die Zahl der Likes nahm massiv ab. Die Menschen sind inzwischen dermaßen gelangweilt und abgestumpft, dass sie sich nicht mehr auf eine Reise in die Welt der Fantasie einlassen mögen. Das, was ich seit Jahren in Handarbeit erledige, kann nun jeder Hinz und Kunz mit zwei Klicks fertigbringen. Menno Möbbe wurde zur Massenware. Die Magie ist weg, der Zauber wurde von KI und Langeweile gekillt, der Weg der Geschichten hat ein trübes Ende gefunden.
Nun ist also der Zeitpunkt gekommen, Abschied zu nehmen. Hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1525005981228916&type=3 findet ihr nochmal das komplette Album mit allen Bildern und den dazugehörigen Möbbengeschichten der letzten acht Jahre (alles garantiert ohne KI). Ich lasse meine kleine Möbbe jetzt frei – flieg los, Menno Möbbe, vielleicht kannst du ja irgendwo noch dem ein oder anderen Leser eine Freude bereiten. Und vielleicht mögt ihr Menno ja noch ein letztes Mal mit mir um die Welt reisen und ihn noch einmal die Fantasie möglichst vieler Möbbenfreunde beflügeln lassen 🥹🦭🦅.